Einblicke

„Blicke ich zurück, bin ich rundum zufrieden. Blicke ich nach vorn, bin ich voller Pläne.“

15 Jahre selbstständig mit der eigenen Steuerberatungskanzlei: Das ist nicht nur ein schöner Anlass zum Gratulieren, sondern auch für einen Blick zurück und nach vorn. Und auch, um den Menschen hinter der Kanzlei ein bisschen besser kennenzulernen. Schließlich weiß Anke Scheil vieles über ihre Mandanten. Höchste Zeit also, sie ein bisschen über sich erzählen zu lassen ...

Sie sind seit 15 Jahren als Steuerberaterin tätig. Skizzieren Sie bitte Ihren bisherigen beruflichen Werdegang.

Anke Scheil: Zum Steuerberaterexamen gibt es zwei Wege: entweder ein entsprechendes Studium oder eine passende Ausbildung, die mit einer gewissen Berufserfahrung verbunden sein muss. Ich bin den Weg über die Praxis gegangen: erst Ausbildung zur Steuerfachangestellten, dann Weiterbildung zur Steuerfachwirtin und schließlich der Abschluss als Steuerberaterin. Seit 1. Juli 2003 bin ich mit meiner eigenen Kanzlei selbstständig. Was mich darin bestärkt und angetrieben hat, diesen Weg zu gehen? Mir war einfach immer klar, dass ich nicht an einem Punkt stehenbleiben, sondern mich ständig weiterentwickeln möchte.

Das Berufsfeld „Steuern“ gilt als eher eintönig. Was macht den Beruf des Steuerberaters aus Ihrer Sicht dennoch attraktiv?

Anke Scheil: Ach, immer diese Vorurteile und Klischees, dass Steuerberater den ganzen Tag mit dem Taschenrechner über Buchhaltungen und Bilanzen brüten. Dabei stimmt das Bild überhaupt nicht. Steuerberatung ist so viel mehr – man hat nicht nur mit Zahlen zu tun. Mein Beruf ist tatsächlich so abwechslungsreich und vielfältig, wie es meine Mandanten und ihre Angelegenheiten sind. Und hinter jeder Zahl, die dabei ins Spiel kommt, steht ein Sachverhalt in deren Leben, den ich unter anderem in Steuererklärungen zusammenfasse. Letztlich ist es jedoch der persönliche Umgang mit den Menschen, der diesen Beruf für mich so attraktiv macht. Deshalb telefoniere ich beispielsweise auch lieber, als E-Mails zu schreiben: Im direkten Gespräch lässt sich vieles schneller besprechen und beantworten.

Welche Eigenschaften – persönlich wie fachlich – muss man für diesen Beruf aus Ihrer Sicht mitbringen?

Anke Scheil: Man sollte gern mit Menschen zusammenarbeiten, auf sie zugehen und eingehen, für sie erreichbar sein. Und ihnen komplexe Zusammenhänge verständlich erklären können – also Kompliziertes auf Einfaches herunterbrechen. Das Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge ist außerdem wichtig. Schließlich sind wir – wie der Begriff „Steuerberater“ schon sagt – beratend tätig. Deshalb sollten wir die Wirtschaftswelt verstehen, um wirklich hilfreiche Tipps geben zu können, beispielsweise für die Unternehmensentwicklung. Damit untrennbar verbunden ist das generelle Interesse an steuerlichen und rechtlichen Fragen. Sich tagein, tagaus mit Gesetzen und Vorschriften zu beschäftigen: Das macht nun mal einen großen Teil unserer Arbeit aus. Gründlichkeit und Genauigkeit sind ebenfalls Kernwerte. Und – ja, jetzt kommt es doch wieder: Spaß im Umgang mit Zahlen sollte man definitiv haben.

Von Jahr zu Jahr gibt es Änderungen im deutschen Steuersystem. Wie schaffen Sie es, immer auf dem Laufenden zu bleiben?

Anke Scheil: Wir Steuerberater sind per Gesetz dazu verpflichtet, uns regelmäßig weiterzubilden. Dem komme ich auf ganz unterschiedliche Weise nach: Einen großen Stellenwert genießt einschlägige Literatur, beispielsweise die Fachzeitschrift des NWB-Verlags. Darüber hinaus recherchiere ich online und nehme an Webinaren, aber auch an Präsenzseminaren teil. Wichtig ist mir aber auch der regelmäßige Austausch zu konkreten Fragestellungen mit Kolleginnen und Kollegen in meinem Netzwerk.

15 Jahre Selbstständigkeit sind ein Zeitraum, auf den Sie sicher stolz sind – und das ganz zu recht. Würden Sie in der Rückschau irgendetwas anders machen?

Anke Scheil: Nein. Ich bin sehr geradlinig, wusste und weiß immer, was ich will und was nicht infrage kommt. So bin ich auch meinen bisherigen beruflichen Weg gegangen. Und selbst wenn sich manches zufällig ergeben hat, passte es einfach. Blicke ich zurück, bin ich rundum zufrieden – und freue mich, wenn mir das von meinen Mandanten auch so gespiegelt wird.

Ein Blick nach vorn: Welche Pläne für die Zukunft haben Sie?

Anke Scheil: Eine Weltreise. Ja, das ist ein schöner Plan. Oder vielmehr ein Traum, der sich momentan zeitlich einfach nicht realisieren lässt. Aber immer wieder kleine Auszeiten – am liebsten am Meer – machen den Kopf ebenfalls frei und schaffen die Möglichkeit, Neues zu entdecken, andere Horizonte zu eröffnen. Da ist es gut zu wissen, dass ich ein tolles Team an meiner Seite habe, das mich entlastet. Daneben möchte ich meine Kanzlei weiterentwickeln, ohne sie aber personell zu erweitern. Denn nach wie vor bereitet es mir viel Freude, die eine oder andere Buchhaltung noch selbst zu machen und Steuererklärungen zu erstellen. Das alles käme dann für mich viel zu kurz, da mehr Mitarbeiter meinen Arbeitsschwerpunkt stark in Richtung Administration verlagern würden. Weiterentwicklung über Kooperationen, Ausbau meines Netzwerks und das Bündeln von Synergien: Blicke ich nach vorn, bin ich voller Pläne.

Wie schaffen Sie den Ausgleich zwischen Erfolg im Beruf und Freizeit?

Anke Scheil: Beruf und Freizeit im Sinne der viel beschriebenen Work-Life-Balance zu trennen empfinde ich als künstlich. Für mich ist es eher eine Frage des Rhythmus: Innerhalb eines Tages gibt es aktivere Zeiten im Sinne von Kundengesprächen und Beratung und auch ruhigere Phasen, die mir innere Ordnung geben. Dazu gehören natürlich die täglichen Spaziergänge im Wald oder am Rhein mit Ellex, meinem Steuererstattungssuchhund. Aktuell habe ich Yoga für mich entdeckt – das Arbeiten am Schreibtisch hinterlässt nun mal seine Spuren an Rücken und Nacken – und im vergangenen Jahr habe ich meinen Bootsführerschein gemacht.

Sie sagten zu Beginn des Interviews: „Ich möchte nicht an einem Punkt stehenbleiben, sondern mich ständig weiterentwickeln.“ Das scheint sowohl im Beruflichen als auch im Privaten auf Sie zuzutreffen.

Anke Scheil: Ja, das stimmt. Ich brauche vom Kopf her immer Bewegung, bin unglaublich neugierig auf die Welt und die Menschen und brauche neue Impulse. Früher war ich sehr aktiv im Hundesport, weil es unglaublichen Spaß macht, einen Hund entsprechend seiner Anlagen und Fähigkeiten auszubilden. Der Bootsführerschein hat mich noch einmal ganz anders gefordert. Schließlich ging es nicht nur darum, ein Boot steuern zu können. Navigieren, Ausweichregeln, Wetterkunde – das gehört auch alles dazu. Ja, und jetzt also Yoga, das mich mit neuen Bewegungsabläufen und Fachbegriffen herausfordert. Gut so!

Vielen Dank für das Gespräch! Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum – und alles Gute für die nächsten 15 Jahre!

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